Der Londoner Goldpool: Interventionen von Zentralbanken und das Ende von Bretton Woods
Der Londoner Goldpool, eine Kooperation von acht Zentralbanken von 1961 bis 1968, hatte das Ziel, den festen Goldpreis von 35 US-Dollar pro Unze im Rahmen des Bretton Woods-Systems aufrechtzuerhalten. Dieser Artikel beleuchtet die Mechanismen des Pools, seine Erfolge, den wachsenden Druck, der zu seinem Niedergang führte, und wie sein Zusammenbruch als entscheidender Vorbote für das Ende der Bretton Woods-Ära und den Übergang zu frei schwankenden Wechselkursen diente.
Kernidee: Das Scheitern des Londoner Goldpools, den Goldpreis künstlich zu unterdrücken, bedingt durch spekulative Nachfrage und divergierende nationale Wirtschaftspolitiken, zeigte die inhärente Unhaltbarkeit von festen, an Gold gebundenen Wechselkursen auf und ebnete letztlich den Weg für die Auflösung des Bretton Woods-Systems.
Wichtigste Erkenntnisse
- ✓Der Londoner Goldpool (1961-1968) war eine Vereinbarung zwischen acht Zentralbanken, gemeinsam auf dem Goldmarkt zu intervenieren, um den Preis bei 35 US-Dollar pro Unze zu halten und das Bretton Woods-System zu stützen.
- ✓Der Pool hatte zum Ziel, die spekulative Nachfrage nach Gold zu absorbieren und destabilisierende Abflüsse von US-Goldreserven zu verhindern.
- ✓Anhaltende US-Leistungsbilanzdefizite und steigende spekulative Nachfrage nach Gold setzten die Ressourcen des Pools enorm unter Druck.
- ✓Der endgültige Zusammenbruch des Pools im März 1968 war eine direkte Folge seiner Unfähigkeit, überwältigenden Marktkräften entgegenzuwirken, was zu einem starken Anstieg des Goldpreises auf dem freien Markt führte.
- ✓Das Scheitern des Londoner Goldpools war ein entscheidender Vorläufer für die Auflösung des Bretton Woods-Systems und das endgültige Ende der Goldkonvertibilität des US-Dollars im Jahr 1971.
Häufig gestellte Fragen
Warum gründeten die Zentralbanken den Londoner Goldpool?
Die Zentralbanken gründeten den Londoner Goldpool, um das durch das Bretton Woods-Abkommen etablierte System fester Wechselkurse zu verteidigen. Insbesondere wollten sie verhindern, dass der Goldpreis signifikant über seine offizielle Parität von 35 US-Dollar pro Unze steigt, was ausländische Dollar-Halter dazu veranlasst hätte, diese in Gold umzutauschen, wodurch die US-Goldreserven erschöpft und das globale Währungssystem destabilisiert worden wären.
Was war der primäre Mechanismus des Londoner Goldpools?
Der primäre Mechanismus des Pools beinhaltete koordinierte Interventionen auf dem Londoner Goldmarkt. Wenn die Nachfrage nach Gold drohte, seinen Preis über 35 US-Dollar pro Unze zu treiben, verkaufte der Pool kollektiv Gold aus den Reserven seiner Mitgliedszentralbanken. Diese Angebotsinjektion sollte den Preis wieder auf die Parität zurückführen. Umgekehrt konnte der Pool Gold kaufen, wenn der Preis unter 35 US-Dollar fiel.
Wie deutete der Zusammenbruch des Londoner Goldpools das Ende von Bretton Woods an?
Der Zusammenbruch des Londoner Goldpools zeigte die inhärente Unhaltbarkeit des Versuchs, den Goldpreis angesichts wachsender Marktdynamiken, insbesondere des US-Leistungsbilanzdefizits und der steigenden spekulativen Nachfrage, künstlich zu deckeln. Sein Scheitern, die 35-Dollar-Bindung aufrechtzuerhalten, signalisierte, dass das System fester Wechselkurse, das auf der Goldkonvertibilität beruhte, grundlegend kompromittiert war. Dieser Vertrauensverlust und die Unfähigkeit, die Volatilität des Goldpreises zu steuern, trugen direkt zur endgültigen Aussetzung der Dollar-Gold-Konvertibilität durch die USA im Jahr 1971 bei und beendeten damit faktisch das Bretton Woods-System.
Bereit Gold zu kaufen?
Vergleiche vertrauenswürdige Händler mit physischer Lieferung.
Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine Provision, für Sie kostenlos.