Die heutige Sitzung für Edelmetalle endete mit uneinheitlichen Bewegungen, wobei die am Morgen beobachteten Gewinne bei Gold nachließen. Der sichere Hafen par excellence schloss leicht im Plus, während Silber weiter anstieg, angetrieben von anhaltenden geopolitischen Faktoren und einer latenten industriellen Nachfrage. Kupfer hingegen verzeichnete eine leichte Kontraktion.
Schlusskurse und Intraday-Veränderungen
Zum Handelsschluss der westlichen Märkte verzeichneten die wichtigsten Metalle folgende Notierungen:
* **Gold (XAU):** $4532.80 USD/oz (+0.19%)
* **Silber (XAG):** $69.98 USD/oz (+0.27%)
* **Platin (XPT):** $1880.40 USD/oz (-0.35%)
* **Palladium (XPD):** $1411.00 USD/oz (+0.35%)
* **Kupfer (HG):** $5.48 USD/oz (-0.28%)
Bestimmende Faktoren der Sitzung
Die Vormittagsnarrative, die sich auf die eskalierenden Spannungen im Iran und deren Auswirkungen auf die Straße von Hormuz konzentrierte, beeinflusste weiterhin die Marktstimmung. Chinesische Lieferanten warnten vor steigenden Preisen für US-Verbraucher aufgrund der Schließung dieser entscheidenden Seeroute, was die Fragilität globaler Lieferketten unterstreicht. Die Nachricht, dass Katar und ExxonMobil die Produktion in einer GNL-Anlage in den USA aufgenommen haben, könnte eine teilweise Entlastung für Energieversorgungsschwierigkeiten bieten, doch die Auswirkungen auf Industriemetalle wie Kupfer werden noch bewertet.
Auf makroökonomischer Ebene lieferten die Aussagen des Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, eine wichtige Nuance. Powell wies darauf hin, dass die Fed den privaten Kreditsektor auf Anzeichen von Problemen beobachtet, aber die Inflationsaussichten als unter Kontrolle betrachtet und noch keine allgemeine Krise sieht. Diese Worte, obwohl beruhigend hinsichtlich der Inflation, übten gewissen Druck auf Gold aus, indem sie die wahrgenommene Dringlichkeit für Zinssenkungen verringerten und somit seinen Aufwärtsimpuls dämpften.
Von der Europäischen Zentralbank wiederholte der Gouverneur der griechischen Zentralbank, Stournaras, die Notwendigkeit, dass die EZB schnell handelt, sobald Anzeichen für eine Entankerung der Inflationserwartungen auftreten, was der zukünftigen Geldpolitik in Europa eine weitere Unsicherheitsebene hinzufügt.
Die Geopolitik bleibt der Haupttreiber. Berichte über die Möglichkeit, dass die USA arabische Nationen um Hilfe bei der Finanzierung der Kriegskosten im Iran bitten könnten, und die Aussagen des Weißen Hauses über den Fortschritt der Verhandlungen, trotz öffentlicher Rhetorik, halten eine Atmosphäre der Vorsicht aufrecht, die Metalle wie Gold und Silber als sichere Häfen begünstigt.
Für den Dienstag wird sich die Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Nachrichten aus dem Nahen Osten und auf weitere Erklärungen von Mitgliedern der Fed oder der EZB konzentrieren. Inflations- und Arbeitsmarktdaten aus den wichtigsten Volkswirtschaften werden weiterhin genau beobachtet, ebenso wie jegliche Hinweise auf zukünftige Geldpolitik. Das Verhalten des US-Dollars und die Kapitalströme in Gold-ETFs werden ebenfalls wichtige Indikatoren sein, die es zu verfolgen gilt.