Der heutige Handelstag an den Edelmetallmärkten endete mit einem düsteren Bild, das von erheblichen Preisrückgängen bei allen analysierten Metallen geprägt war. Gold und Silber führten den Abwärtstrend an und gaben einen Großteil der bisherigen Gewinne wieder ab, wobei die Sitzung mit beträchtlichen Verlusten schloss. Platin und Palladium verzeichneten ebenfalls deutliche Rückgänge, während Kupfer eine relative Widerstandsfähigkeit zeigte, aber dennoch im Minus schloss.
Die heute beobachtete Schwäche scheint durch eine Konfluenz von Faktoren angetrieben zu werden, bei der die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, gepaart mit vorsichtigen Äußerungen von Zentralbanken und gemischten makroökonomischen Daten, bei den Anlegern eine risikoscheue Stimmung erzeugt haben. Die Warnung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor möglichen anhaltenden Energieunterbrechungen aufgrund des Krieges im Nahen Osten, die sich über Jahre erstrecken könnten, hat die globale Wirtschaftsperspektive mit zusätzlicher Unsicherheit belegt. Dies wiederum könnte zu einer Neubewertung von sicheren Häfen durch einige Marktteilnehmer führen.
Zusätzlich deutet der Anstieg des festverzinslichen 30-jährigen Hypothekenzinses in den USA auf den höchsten Stand seit sechs Monaten, der auf die Verlängerung des Krieges im Iran zurückgeführt wird, auf einen zugrunde liegenden Inflationsdruck und eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen hin, die sich negativ auf die Nachfrage nach Edelmetallen auswirken.
Im Bereich der Geldpolitik gab es zwar keine direkten Ankündigungen der Fed oder der EZB am Nachmittag, aber frühere Äußerungen von Vertretern der Bank of Canada über die Schwierigkeit, strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft anzugehen, und die Haltung der Bank of England, die Zinsen beizubehalten, bis die Auswirkungen des Krieges klarer sind, verstärken die Erwartung eines Umfelds mit relativ hohen oder stabilen Zinssätzen für längere Zeit. Dies erhöht die Opportunitätskosten von Edelmetallen für die Haltung von nicht-produktiven Edelmetallpositionen.
Wirtschaftsdaten aus Lateinamerika, wie das Wachstum der argentinischen Wirtschaftstätigkeit um 1,9 % im Januar und die Zinssenkung durch die mexikanische Zentralbank, deuten auf divergierende regionale Dynamiken hin, aber der globale Einfluss scheint von den geopolitischen Bedenken und der Geldpolitik der Hauptwirtschaften dominiert zu werden.
Im Industriesektor war die Ankündigung von Meta, seine Investitionen in ein KI-Rechenzentrum in Texas auf 10 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, obwohl sie langfristig positiv für die Nachfrage nach Kupfer und anderen Industriemetallen ist, nicht ausreichend, um den allgemeinen Verkaufsdruck in der heutigen Sitzung auszugleichen.
Ausblick für morgen:
Investoren sollten die Entwicklungen an der geopolitischen Front im Nahen Osten sowie die Veröffentlichung neuer makroökonomischer Daten, insbesondere im Zusammenhang mit Inflation und Beschäftigung in den USA und Europa, genau beobachten. Die Entwicklung des Spotpreises und die Stärke des US-Dollars werden entscheidende Indikatoren für die Richtung der Edelmetalle in den kommenden Sitzungen sein. Die mögliche Umsetzung des US-Versicherungsprogramms für die Seeschifffahrt in der Straße von Hormus könnte ebenfalls ein zu beachtender Faktor sein.
Quellen
Lagarde warnt, dass Energieunterbrechungen durch den Krieg im Nahen Osten Jahre dauern könnten
Der Zinssatz für 30-jährige Festdarlehen in den USA steigt auf ein Sechsmonatshoch, während der Iran-Krieg andauert
Bank of Canada: Es wird schwierig sein, strukturelle Veränderungen anzugehen
Meta erhöht die Investition in KI-Rechenzentrum in West-Texas um mehr als das Sechsfache auf 10 Milliarden US-Dollar
Argentiniens Wirtschaftstätigkeit wächst im Januar um 1,9 %, übertrifft die Erwartungen