Gold ist heute um 1,14 % auf 4676,80 USD/oz gefallen, was eine Korrektur nach den jüngsten geopolitischen Spannungen darstellt, die seinen Wert angetrieben hatten. Trotz der fortgesetzten Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran hat die Stagnation dieser Gespräche, wie von CNBC berichtet, den Kaufdruck auf sichere Anlagen vorübergehend gelindert. Die Situation bleibt jedoch volatil.
Der relevanteste Faktor, der die Markterwartungen neu gestaltet, ist die Ankündigung von Goldman Sachs, die ihre Prognose für Zinssenkungen durch die Federal Reserve bis Dezember 2026 verschoben hat. Laut Investing.com treibt der Krieg im Iran die US-Inflation an und zwingt die Fed zu einer vorsichtigeren Haltung. Diese Aussicht auf längerfristig höhere Zinsen ist in der Regel ein Nachteil für Gold, da sie die Opportunitätskosten von Edelmetallen für das Halten renditefreier Anlagen erhöht.
Silber zeigt seinerseits eine höhere Widerstandsfähigkeit mit einem minimalen Rückgang von 0,15 % auf 80,75 USD/oz. Die industrielle Nachfrage, insbesondere durch den Sektor der erneuerbaren Energien in Asien angetrieben, bleibt eine grundlegende Stütze. Platin und Palladium verzeichnen ebenfalls Rückgänge, was eine allgemeinere Schwäche bei Edelmetallen widerspiegelt, mit Platin bei 2038,00 USD/oz (-1,03 %) und Palladium bei 1477,00 USD/oz (-0,73 %). Kupfer hält sich jedoch mit einem leichten Anstieg von 0,32 % auf 6,32 USD/oz im Plus, angetrieben von der erwarteten Industrienachfrage.
Die Intervention des indischen Premierministers Narendra Modi, der die Bevölkerung auffordert, Goldkäufe zu begrenzen und den Kraftstoffverbrauch aufgrund der Golfkrise zu reduzieren (laut CNBC und FT), fügt eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Dies deutet auf zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Nachfrage nach physischem Gold in Schlüsselmärkten hin. Die Inflation in China, die im April die Schätzungen übertraf, bedingt durch hohe Produzentenpreise, die durch den Krieg im Iran angeheizt wurden (CNBC), könnte paradoxerweise Gold als sicheren Hafen langfristig stützen, wenn der Inflationsdruck sich verallgemeinert.
Die geopolitische Lage bleibt der Haupttreiber für die Volatilität bei Edelmetallen. Die Stagnation der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, wobei der Iran erklärt, dass er "niemals nachgeben wird" und Trump ein Friedens-Gegenangebot ablehnt (CNBC), verlängert die Unsicherheit im Nahen Osten. Dies birgt weiterhin das latente Risiko von Unterbrechungen der Energie- und Rohstoffversorgung, was traditionell Gold begünstigt. Die Intervention der großen europäischen Ölproduzenten, die durch die Marktvolatilität aufgrund des Krieges im Iran bis zu 4,75 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben (FT), unterstreicht, wie geopolitische Krisen Chancen in verschiedenen Sektoren schaffen.
Was tatsächlich geschieht, ist ein Ringen zwischen der Erwartung längerfristig hoher Zinsen, die Gold unter Druck setzen, und dem anhaltenden geopolitischen Risiko sowie der zugrunde liegenden Inflation, die als Stützen wirken. Die Entscheidung von Goldman Sachs, die Prognosen für Zinssenkungen der Fed zu verschieben, ist ein bedeutender Wendepunkt, der die Marktstimmung in den kommenden Wochen dominieren könnte.
Worauf zu achten ist:
* **Nächste 48 Stunden:** Aussagen von Mitgliedern der Federal Reserve zur Inflation und Geldpolitik. Wichtige Inflations- und Arbeitsmarktdaten aus den USA, die die Haltung von Goldman Sachs bestätigen oder widerlegen könnten.
* **Geopolitische Spannungen:** Jegliche signifikante Eskalation oder Deeskalation in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran oder Entwicklungen in der Straße von Hormus.
* **ETF-Flüsse:** Beobachtung von Zu- oder Abflüssen in Gold-ETFs wie GLD könnte die institutionelle Stimmung anzeigen.
* **Nachfrage aus China:** Daten zu Goldimporten und -konsum in China sind entscheidend für die physische Nachfrage. Die "Gürtel enger schnallen"-Politik in Indien verdient ebenfalls Aufmerksamkeit.
Quellen
European markets mixed as Iran's peace talks stall, defense stocks slideGoldman Sachs delays Fed cut outlook to December 2026 as Iran war drives US inflationModi says Iran war poses severe risks to India, urges cuts in fuel use and gold purchasesChina inflation beat estimates in April as Iran war drives producer prices to three-year highsIran says it will 'never bow' as Trump rejects peace counteroffer, prolonging Middle East conflictEurope’s oil majors reap up to $4.75bn from trading on Iran war volatility